Die Überraschungsnetzwerkerin: Was Gertraud Auinger-Oberzaucher beim Netzwerken anders macht als alle anderen

29. Juni, 2026 | Gesprächiges

Gertraud Auinger-Oberzaucher schreibt keine Weihnachtskarten, keine Facebook-Geburtstagsglückwünsche und sie macht keine Dezember-Events.

Stattdessen meldet sie sich dann, wenn alle anderen schweigen. Ein spontaner Kaffee ohne Anlass. Eine kurze Nachricht, die sagt: Ich habe gerade an dich gedacht. Ein Neujahrswunsch, der erst nach dem 1. Jänner ankommt.

Sie nennt das antizyklische Kommunikation.

Und es ist einer von vielen Gründen, warum ihr Netzwerk über drei Jahrzehnte gewachsen ist und heute bis ins österreichische Parlament reicht.

Die Podcastfolge zum Nachlesen.
Foto: Copyright Xenia Trampusch

„Visitenkartenkarussell ist kein Netzwerk.“  Gertraud Auinger-Oberzaucher

In dieser Folge spreche ich mit Gertraud Auinger-Oberzaucher, Kommunikationsexpertin, Agenturinhaberin und Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat. Gertraud hat über drei Jahrzehnte Marken aufgebaut, Persönlichkeiten vernetzt und Communities für ihre Kunden geformt. Wir sprechen darüber, wie sie Menschen zusammenbringt, warum Social Media Bubbles gefährlich werden und woran sie echten Netzwerkerfolg misst.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum Visitenkartensammeln noch kein Netzwerk ist und was stattdessen zählt
  • Wieso Gertraud keine Weihnachtsgrüße verschickt
  • Wie sie über 30 Jahre Verbindungen aufgebaut hat, die wirklich halten

Mehr dazu in der Podcast-Folge: Jetzt gleich reinhören! Und hier die Zusammenfassung zum Lesen.

Sie hat Netzwerke nicht für sich gebaut. Sondern für andere.

Gertraud Auinger-Oberzaucher hat jahrelang im Hintergrund gearbeitet. Als Agenturinhaberin hat sie Marken begleitet, Gästelisten kuratiert, Persönlichkeiten zusammengebracht. Kunden wurden untereinander vernetzt. Projekte entstanden aus Verbindungen, die sie gesponnen hat. Sie selbst war dabei kaum zu sehen.

Dass sich das mit ihrem Wechsel in die Politik geändert hat, war für sie ungewohnt. Plötzlich suchen Menschen ihren Kontakt. Wollen ihr Thema bei ihr platzieren. Wollen ihre Nähe.

Aber sie hat sich nicht verändert. Sie verbindet nach wie vor. Nur jetzt mit einem größeren Radius.

Der Moment, in dem Netzwerken wirklich funktioniert hat

Gertraud misst Netzwerkerfolg nicht an der Zahl der Kontakte, sondern an dem Moment, in dem sich ein Kreis schließt.

Wenn zwei Menschen, die sie zusammengebracht hat, danach gemeinsam etwas Produktives auf die Beine stellen oder ein neues Projekt entsteht bzw. eine Zusammenarbeit, eine Idee, die vorher nicht existiert hat.

Das ist ihr größter Netzwerkerfolg und nicht ein bestimmter Kontakt oder bestimmtes Event. Sondern eben dieser Moment.

Ich kenne das Gefühl. Wenn man merkt, da entsteht gerade etwas. Und man war irgendwie der Funke dazwischen. Genau das macht riesig Freude.

Social Media Bubbles sind bequem. Und gefährlich.

    Gertraud spricht offen über eine Gefahr, die sie in der Politik beobachtet.

    Bubbles –  vor allem auf Social Media – haben eine gewisse Sogwirkung. Man landet in einer Welt, fühlt sich wohl, hat viel zu tun. Und verliert dabei den Blick für alles andere.

    Das passiert stark auf Social Media, aber auch im Business  bzw. in politischen Kreisen.

    Ihr Gegenmittel ist keine große Methode. Es ist eine Haltung: bewusst hinausgehen und andere Welten kennenlernen. Sie sagt, den Blick stets offen halten.

    Wer nur in einer Bubble bleibt, verpasst die Menschen, die uns viellicht am meisten bereichern könnten.

    Antizyklisch kommunizieren: Das steckt dahinter

    Wenn alle Weihnachtskarten schreiben, schreibt Gertraud keine.
    Wenn alle zu Geburtstagen gratulieren, gratuliert sie nicht.

    Dafür meldet sie sich dann, wenn es niemand erwartet. Ein Zwischendurchimpuls oder ein kleiner Hallo-Gedanke. Ein kurzes „Ich habe an dich gedacht, lass uns mal reden.“

    Genau dort hinterlässt man Eindruck. Nicht im Dezember-Rauschen mit allen anderen und schon gar nicht im automatisierten Geburtstagspostfach. Sondern dann, wenn man die/der einzige ist, die/der sich meldet.

    Was bleibt

    Gertraud Auinger-Oberzaucher ist eine Netzwerkerin, die Menschen wirklich kennenlernen möchte. Die hin-hört, sich erinnert und dann verbindet.

    Und die weiß, dass echte Beziehungen nicht durch Visitenkartensammeln entstehen. Sondern durch Begegnungen, die man ernst nimmt.

    Ihr Tipp zum Schluss: Neugierde behalten. Offen bleiben. Menschen so zulassen, wie sie sind.

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